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Strahlen im Gesicht

Woher kommt eigentlich der Wunsch, die Gedanken der Menschen sichtbar zu machen?

„Es sieht jetzt wirklich bei mir recht sehr wie in einer Hexenküche aus“, schreibt Heinrich Hertz in einem Brief an seine Eltern über sein neues Labor. Wie fast alle Forscher im relativ neuen Feld der Experimentalphysik war auch der junge Hertz von der Arbeit mit Gasentladungsröhren fasziniert. Die Glaskolben, in denen sich „Gase unter dem Einfluß der Entladung wie verrückt gebärden und die sonderbarsten, mannigfaltigsten und buntfarbigsten Erscheinungen veranstalten“, waren am Ende des 19. Jahrhunderts in fast allen Laboren vorhanden und dienten der Erforschung elektrischer Ströme. Hertz’ bärtiger Kollege Wilhelm Conrad Röntgen war vom Bann der spektakulären Entladungsphänomene verschont geblieben. Er muss wohl geahnt haben, dass das Geheimnis der Röhren nicht im farbigen Leuchten, sondern im gänzlich Unsichtbaren liegt.